Worüber soll ich bloß schreiben?

Kategorie(n): Aktuell | Marketing

Schreiben für Coaches Teil 2

In Teil 1 meiner Serie zum Thema „Schreiben“, habe ich 5 Gründe aufgeführt, warum es sich für Dich als Coach lohnt zu schreiben. In diesem zweiten Teil geht es um die Frage, wie Du Themen findest, über die Du schreiben kannst und magst – und die Dich in Deinem Geschäft weiterbringen.

Themen von Deiner Positionierung ableiten

Was auch immer Du schreibst: es sollte auf Deine Positionierung einzahlen. Auf der Suche nach für Dich passenden Themen solltest Du also zunächst überlegen, was in unmittelbarem Zusammenhang mit Deiner Positionierung steht.

Zu diesen sogenannten Inside-Out-Themen zählen

  • Expertise-Themen, also Inhalte, die Deine fachliche Kompetenz belegen. Zum Beispiel Anleitungen, fachliche Impulse, Kundenstories: Warum es xy unbedingt braucht. Wie Du xy entwickelst. 5 Schritte auf dem Weg zu xy. Stolpersteine im Umgang mit xy. Wie meine Kundin ihr xy gefunden hat.
  • Erfahrungs-Themen, zum Beispiel: Was Dich zu xy gebracht hat. Welche Erkenntnisse Du über die Jahre zu xy gewonnen hast. Warum Du heute xy umfassender siehst als vor 5 Jahren. Wer oder was Dich zu xy besonders inspiriert hat.
  • Meinungs-Themen: Warum Deines Erachtens kein Mensch an xy vorbeikommt. Warum Du anders als Dein Wettbewerb auf xy schaust. Welchen Aspekt von xy Du besonders wichtig findest. Weshalb viele xy missverstehen.

Themen aufgreifen, die Deine Kundinnen bewegen

Noch mehr Resonanz kannst Du mit Outside-in-Themen erzeugen. Dabei geht es um die Perspektive Deiner Kundinnen. Tauche so tief wie möglich in ihre Welt ein. Welche Probleme und Fragestellungen treiben Deine Kund*innen um? Was sind ihre Herausforderungen, Ziele, Bedürfnisse? Mit welchen Anliegen kommen sie zu Dir? Wie beschreiben sie, was sie bewegt und was sie sich von Deiner Begleitung versprechen? Welche Aussagen begegnen Dir immer wieder?

  • Ich bin unsicher, ob …
  • Oft wünsche ich mir mehr …
  • Ich scheitere immer wieder an …
  • Mein Chef erwartet mehr … von mir.
  • Ich weiß nicht, ob ich … überhaupt will.
  • Ich fühle mich oft so …

Wenn Du aufmerksam hinhörst, wirst Du unzählige thematische Inspirationen gewinnen. Lege eine Liste mit typischen Themen und typischen Formulierungen an. Dann hast Du bald einen reichen Themen-Fundus, aus dem Du lange schöpfen kannst.

Themen so klein und konkret wie möglich machen

Wenn Dein Thema zu groß gefasst, ist, wirst Du es höchstwahrscheinlich nur oberflächlich bearbeiten können. Im Ergebnis werden Deine Beiträge banal und bieten Deinen Leser*innen nichts, was sie nicht eh schon wüssten. Damit vergibst Du die Chance, Deine Kompetenz als Expert*in zum Thema zu belegen.

Zu groß ist ein Thema immer dann, wenn Du damit ein ganzes Buch füllen könntest. „Konflikte im Arbeitsalltag lösen“ ist ein gutes Beispiel für ein viel zu weit gefasstes Thema. Hierzu fallen Dir sicher ein paar mögliche Kapitel ein: „Konfliktarten“, „Konflikttypen“, „Konfliktdynamiken“… Zu jedem dieser Kapitel könntest Du mindestens fünf Unterkapitel aufmachen.

Und dann könntest Du noch tiefer gehen, zum Beispiel „Konfliktdynamiken im Gehirn: Warum wir in Konflikten nicht mehr klar denken können“. Und die Chance, dass Du mit diesem Thema das Interesse Deiner Leser*innen gewinnst und Deine Expertise belegst ist deutlich größer, als wenn Du angesichts der Größe auf der Ebene von Binsenweisheiten à la „In jedem Konflikt steckt eine Chance“ bleibst.

Ein zunächst großes Thema auf Detailthemen – ja Mikrothemen – runterzubrechen, macht es übrigens nicht nur für Deine Leser*innen interessanter, sondern auch für Dich selbst.

Themen bearbeiten, die Dich selbst interessieren

Wenn Du lange und ausführlich genug die Themen bearbeitet hast, die unmittelbar aus Deiner Positionierung hervorgehen, fängst Du höchstwahrscheinlich irgendwann an, Dich beim Schreiben zu langweilen. Für potenzielle Kund*innen, die ihr Profil schärfen möchten, können Beiträge wie „Warum Du eine Positionierung brauchst“, „Deine Lieblingsklienten kennen“ gegebenenfalls erhellend sein. Ich dagegen fand es mit der Zeit wenig befriedigend, über etwas zu schreiben, über das ich (und nicht nur ich) schon so viel und so oft etwas gesagt oder geschrieben hatte.

Und da ich mich beim Schreiben nicht langweilen mag, fing ich bald an, mein Themenspektrum für meinen Blog zu erweitern. Seither greife ich oft typische Fragestellungen meiner Kund*innen auf. Manchmal aber auch Fragen, die ich mir selbst stelle, die mich beschäftigen, zu denen ich mehr wissen, mehr verstehen möchte.

Das hat zum Beispiel zu meinem Blogbeitrag „Welche Aufträge nimmst Du an?“ geführt. Ein Thema, das zu meiner Positionierung passt, wenn man – wie ich – Profilentwicklung auch als kontinuierliche Professionalisierung versteht. Zudem ein Thema, das nicht nur bei meinen Leser*innen auf große Resonanz gestoßen ist, sondern für mich überaus spannend war. Und dazu beigetragen hat, meine eigene Expertise weiterzuentwickeln.

Zum Abschluss

Manche Themen erfüllen alle vier der hier genannten Auswahlkriterien. Das ist zum Beispiel bei dem Thema, zu dem ich hier gerade schreibe, der Fall.

1. Es passt zu meiner Positionierung, denn ich unterstütze meine Kundinnen nicht nur ihr Profil zu entwickeln, sondern sich auch damit zu zeigen.

2. Es dockt an einem typischen Problem meiner Kund*innen an, nämlich der Überzeugung nicht schreiben zu können.

3. Da ich mit dem Oberthema „Schreiben für Coaches“ jedoch ein ganzes Buch füllen könnte, bin ich weiter ins Detail gegangen und habe mich dabei an typischen Aussagen meiner Kundinnen orientiert. Konkret an der Frage: Worüber soll ich überhaupt schreiben?

4. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema hat nicht zuletzt auch mir selbst geholfen. Denn so war ich gezwungen, vieles, was ich in meiner eigenen Schreibarbeit eher unbewusst-intuitiv mache, zu konkretisieren und in eine Form von Anleitung zu überführen.

Dass ein Thema alle vier Kriterien erfüllt, muss aber nicht unbedingt sein. Allein einem Auswahlkriterium zu folgen, bringt Dich bei der Themenfindung schon weiter. Setz Dich hin und schreib alles auf, was Dir einfällt. Und wenn es nur sechs Themen sind, hast Du schon genug, um zumindest jeden zweiten Monat einen neuen Blogbeitrag zu schreiben.

Wie Du einen solchen Beitrag erstellst und Deinen persönlichen Ausdruck findest, werde ich Dir in meinen nächsten Beiträgen in dieser Reihe erläutern.


In Teil 1 zeige ich auf, warum es sich für Dich als Coach lohnt regelmäßig zu schreiben
In Teil 3 geht es um Deinen persönlichen Schreibstil (coming soon)
In Teil 4 lernst Du nützliche Routinen für Deinen Schreibprozess kennen (coming soon)

Ich freue mich, wenn Sie den Beitrag teilen.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Das könnte auch noch interessant für Sie sein: