Resonanz im Außen braucht Resonanz im Innen

Kategorie(n): Aktuell | Positionierung

Deine Positionierung soll Resonanz erzeugen, sie soll Interesse wecken und Kunden bringen. Sie soll Interessent*innen das gute Gefühl geben, mit dir die beste Wahl zu treffen.

Um eine derartige Positionierung zu erarbeiten, wird klassischerweise nach deinen Erfahrungen, Kompetenzen, Stärken, nach Motivation und Zielen und vielleicht auch nach Werten und Haltung gefragt, um diese dann mit zu definierenden Ziel- und Wunschkunden, Bedarfen und Nutzenversprechen zusammen zu bringen. Zudem braucht es nicht nur gute Gründe, sondern auch gute Gefühle. Dem entsprechend muss deine Positionierung auch die emotionale Ebene – das limbische System – deines Kunden ansprechen. Dies alles ist nicht grundsätzlich falsch, entspringt jedoch einer vorwiegend technisch-linearen Denkweise. Denn es suggeriert, man müsse eine Positionierung nur sauber durchdeklinieren, um eine gute Resonanz im Markt zu erzielen.

Aus meiner Sicht und Erfahrung braucht es jedoch noch etwas Entscheidendes mehr, nämlich eine innere Resonanz auf Seiten der Anbieter*in. Also ein inneres Grundgefühl, mit sich selbst und möglichst vielen Dimensionen der eigenen Persönlichkeit beziehungsweise – in unserem Kontext – mit der eigenen Positionierung in Einklang zu sein. Diese innere Stimmigkeit ist es, die einen stimmigen Widerhall im Markt auslöst.

Resonanz – ihre Bedeutung für tiefen, lebendigen Kontakt

Wenn ich hier von Resonanz spreche, meine ich damit, dass sich zwei Menschen ähnlich – wie zwei physikalische oder akustische Körper – gegenseitig zu einem Mitschwingen und inneren Widerhalt anregen. Bei Körpern erfolgt dieser Widerhall auf einer passenden Eigenfrequenz, bei Menschen auf Basis der eigenen Lebensgesichte und -wirklichkeit. Dieser innere Widerhall entsteht selbstverständlich nicht nur in der Begegnung mit anderen Menschen, sondern auch im Kontakt mit der uns umgebenden Welt.

Da Resonanz zu einer wechselseitigen Verstärkung der Schwingung führen kann, vermag sie einem Erleben oder einer Beziehung Tiefe zu geben. Ohne Resonanz – ohne inneres Mitschwingen – bleibt das eine wie andere oberflächlich und belanglos.

Resonanzfähigkeit, also die Fähigkeit wahrzunehmen, was in einem selbst in der Begegnung mit dem Gegenüber geschieht, gilt als wesentliche Coachingkompetenz. Dabei geht es nicht nur um einfühlsames und empathisches Mitschwingen mit den Gedanken und Gefühlen des anderen, sondern auch darum den Widerhall, den dieses Mitschwingen in einem selbst auslöst, bewusst wahrzunehmen und bei Bedarf in den Prozess einzubringen. Was für das Coaching gilt, gilt selbstverständlich auch für gutes Positionierungs-Coaching.

Resonanz – ihre Bedeutung für eine überzeugende Positionierung

Für die Positionierung selbst finde ich besonders einen Aspekt bedeutsam, nämlich die Tatsache, dass zwei Systeme über ähnliche Frequenzen verfügen müssen, um in Resonanz miteinander gehen zu können. Konkret heißt das: wenn du dir eine bestimmte Resonanz im Markt wünschst, braucht es dafür eine passende Schwingung in dir selbst.

Eine Positionierung kann technisch (siehe mein Intro) noch so sauber erarbeitet sein, fühlt sie sich innerlich nicht stimmig an, läuft sie ins Leere beziehungsweise erzeugt unerwünschte Resonanzen. Das ist jedenfalls meine tiefe Überzeugung. Ich habe es oft genug erlebt. Bei mir selbst und bei vielen Kundinnen. Die innere Stimmigkeit ist der Schlüssel. Sie zieht Kundinnen an – oft sogar selbst dann, wenn du (noch) gar nicht viel kommunizierst.

Ich verwende oft das Wort Stimmigkeit und denke dabei tatsächlich an innere Stimmen. Manche Stimmen sind leise, manche laut, manche konkurrieren. Sie zu hören, ernst zu nehmen und zu integrieren, ist aus meiner Sicht für einen gelingenden Positionierungsprozess elementar.
Im Folgenden zwei Beispiele, in denen du dich vielleicht wiederfindest.

Resonanz – Innere Zerrissenheit

Die Organisationsberaterin Inge bastelt über Wochen und Monate an ihrem LinkedIn-Profil. Beschreibt sie, was sie alles mit und für ihre Kund*innen bewegen kann, kommen ihr Zweifel, ob sie nicht zu viel verspricht, nicht zu sehr nach den Sternen greift. Dampft sie ihr Leistungsversprechen ein, fühlt sie sich nicht richtig beschrieben. Denn, was sie wirklich will und kann, kommt in dieser Version nicht zum Ausdruck.

Also geht Inge in die nächste Überarbeitungsrunde in dem Bemühen, sich und ihr Angebot weder zu groß noch zu klein zu machen. Inge ergänzt hier, streicht da und dreht sich schließlich mehr und mehr im Kreis, Das Ergebnis: maximale Unsicherheit und eine verwirrende Außendarstellung.
Was sich hier zeigt, ist der Kampf zwischen zwei inneren Stimmen. Die Stimme eines schon immer ehrgeizigen, wissbegierigen, lern- und leistungsbereiten Mädchens, das oft aus eigenem natürlichen Antrieb die Extrameile gegangen ist. Und die verinnerlichte Stimme eines Umfeldes, das Ehrgeiz und Leistung weder gesehen noch gewürdigt, ja im Gegenteil eher verurteilt hat. Der Stolz und die Freude des Mädchens über gute schulische Leistungen waren angesichts des mangelnden Zuspruchs bald mit Scham und Schmerz verbunden. So lernte Inge mit der Zeit, ihren Ehrgeiz zu drosseln, ihn bestenfalls im Stillen auszuleben.

Nachdem es im Coaching gelungen war, diese innere Dynamik zu erkennen, gelang es Inge immer besser, zu ihrem Anspruch zu stehen und ihm Ausdruck zu verleihen. Jetzt erzeugt ihre Darstellung innerlich und äußerlich Resonanz.

Resonanz – Unsicherheit und Selbstzweifel

Thomas hat sich kürzlich als Coach selbstständig gemacht. Als solcher möchte vor allen Dingen Führungskräfte in Sozialberufen unterstützen, gut in ihre Rolle zu finden. Er selbst hat rund zwanzig Jahre als Führungskraft in verschiedenen Sozialeinrichtungen gearbeitet. Als sehr junge Führungskraft hat er zu Beginn seiner Karriere erfahren, wie herausfordernd es ist, Respekt und Unterstützung älterer Kolleg*innen zu gewinnen und die speziellen Herausforderungen im Sozialbereich zu bewältigen.

Nun läuft sein Coaching-Geschäft bislang noch nicht so gut und Thomas hört immer wieder: „Du musst dich vom Sozialbereich lösen. Da geht nichts.“ Also verändert er seinen Webauftritt, schreibt Texte, von denen sich Führungskräfte anderer Branchen angesprochen fühlen sollen. Zeitgleich nagt das Gefühl an ihm, davon nicht wirklich eine Ahnung zu haben. Doch er drückt diese Stimme immer wieder weg, meint er doch, den guten Ratschlägen anderer folgen zu müssen.

Das Ergebnis: ein beliebiger Webauftritt, bei dem all das, was Thomas ausmacht und von anderen unterscheidet, immer mehr hinter austauschbaren Floskeln verschwindet. Eine Website mit der weder Thomas selbst noch andere in Resonanz gehen.

Resonanz – Außen folgt Innen

Die Beispiele machen deutlich: Kann man innerlich nicht in Resonanz mit der eigenen Darstellung gehen, fühlt sich die eigenen Positionierung nicht stimmig an, ist dies ein sicherer Hinweis darauf, dass wesentliche innere Stimmen überhört oder unterdrückt werden. Da Resonanz im Außen Resonanz im Innen braucht, lohnt es sich, das – mit Blick auf eine erfolgreiche Positionierung – genauer zu untersuchen. Solltest du dabei Unterstützung wünschen, sprich mich gerne an.

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